Tulln, Wachau und Kremstal

Niederösterreich hat viel Gegend, die einen Besuch lohnt - das haben wir am Wochenende wieder mal kennengelernt. 

 

Wir haben einen kleinen 2-Tagestrip nach Tulln und in die Wachau unternommen. Anlass war "Die Garten Tulln", eine Gartenausstellung, die an diesem Wochenende zu einem besonderen Kinderprogramm einlud: eine Menge Kinderspiele aus dem bewährten, unschlagbar unaufgeregten, netten Angebot von "Müller's Freunden", und ein Konzert des Kinderliedermachers Bernhard Fibich. (Auf Picasa hat Petra einige Bilder von diesem Ausflug zusammengestellt.)

Martin auf dem Konzert vom "Mützenmann" (aka Bernhard Fibich)

 

Martin ist ein hard core groupie von BF. Der gute Bernhard heißt bei Martin "der Mützenmann" - nach einem seiner Lieder, und weil er tatsächlich seine sparsame Kopfbehaarung mit einem Piratenkopftuch zumützt.

Konzert und Spiele waren super. Der Gartenausstellung merkte man an, dass sie schon vor einem Jahr eröffnet wurde - etliche Beete waren schon kräftig von Unkraut be- und überwachsen. Auch sonst teilweise bizarre "Installationen" (ein Labyrinth aus Plastik-Gemüsekisten, ein Garten aus Büroschrott [!?], ein veralgter Schwimmteich, der ORF-Garten so schwindelig wie Programm und Finanzen des Senders). Am interessantesten fand ich die "gemüsigen" Anlagen (Bauerngarten, Mischkultur, u.ä.). Mehr Info zu den Gärten, mit Lageplan und Fotos (z.B. vom Bauerngarten) auf der Garten-Tulln-Website.

 

Zelten im Kremstal

 

Am Abend war Zelten angesagt. Das Wetter hielt, und wir hatten für diesen Fall Senftenberg bei Krems eingeplant. Der Zeltplatz hielt wesentlich mehr, als man überhaupt hätte erwarten können: Übersichtlich mit 10 Stellplätzen (!), direkt an der Krems, ruhig, die Anlagen tip-top gepflegt - und mit Blick auf die Ruine Senftenberg. Das Dorf liegt ja schon reingedrängt in einem verwinkelten Tal, das die Krems in die Waldhügel gegraben hat. Die Burg liegt als Aussichtsplattform beherrschend darüber. Info und eine schöne Bildergalerie zu den Mauerresten hier, die Website des Burgvereins ist eher fad.

 

Der Sonntag begann mit Schönwetter pur. Und Frühstück gabs im Hotel Zierlinger, 300m vom Campingplatz entfernt. Genial.

 

Die Wachau - grüne Marillen, hochwasser-geknickte Laternen, und doch noch Sonne

 

Dann war ein Ausflug in die Wachau angesagt: Zuerst noch kurz über die Donaubrücke von Stein nach Mautern - ein Wunderwerk dicker Schrauben und Paradies für jeden Fischertechnik-Fanatiker. Dann aber in der Wachau: hier waren die Folgen des schlechten Wetters der letzten 2 Wochen deutlich zu sehen: Die Marillen quietschten noch hellgrün von den Bäumen, und am Ufer war an einer breiten Schlammspur abzulesen, dass die Donau vor ein paar Tagen sicher einen Meter höher stand. In Spitz hatte der Spitzerbach eine Woche davor, am 3.7.09, das ganze Tal verwüstet - Straßenlaternen waren weggeknickt, Leitungswasser war, als wir ankamen, noch nicht wieder genießbar.

 

Schiffsbaumuseum - mal ein Museum ohne Fragezeichen

 

Im Spitzerbach-Graben ein kurzes Mittagspäuschen beim Heurigen der Famile Schneeweis (Tip: Gelber Muskateller!). Danach gings 400 Meter weiter ins Schiffbaumuseum. Dort haben wir uns angeschaut, wie man vor LKW und Eisenbahn Steine, Holz oder Salz auf der Donau transportiert hat.

 

Das Museum war eine der (vielen) angenehmen Überraschungen dieses Ausflugs: Eine einfache, aber ansprechende Ausstellung, viele detailgetreue Boots- und Zillenmodelle. (Da gibts einen Menschen, der ist anscheinend Professor für Holzschiffmodellbauologie, der sucht aus ganz Österreich korrekt gebogene Fichtenästchen zusammen, um daraus Miniatur-Schiffsplanken zu schnitzen). Sehr erfreulich: Info-Tafeln ohne Rätsel, Geschwurbel oder Autisten-Ergüsse, sondern alles klar und verständlich. Warum krachen die Lastschiffe nicht ans Ufer, wenn sie von Pferden flussaufwärts gezogen werden? Wie war so ein Transportprojekt mit 60 Pferden organisiert? Mit welchem Trick hat der Kaiser vor 300 Jahren die Donau im Osmanischen Reich - damals militärisches Sperrgebiet - trotzdem heimlich vermessen lassen?

 

Verstehbare Museumstafeln - ein Lob, das selbstverständlich sein sollte, aber nur selten zu vergeben ist (s. Mödlinger Stadtmuseum). In Spitz sind selbst die Audio-Informationen besuchergerecht: Es gibt Erklärungen für Normalos, auf Englisch und für Kinder. Martin wollte partout bei allen (!) Stationen die Kopfhörer aufsetzen.


Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
© Frank Butschbacher