Erst Kaffeehaus, dann zu Peter Pan in die "Burg"

Im Café Schottenstift
Im Café Schottenstift

"Peter Pan" - klar doch, das ist, äh??? Den Namen - mehr wusste ich über den Herrn nicht, ich gestehe. Wir hatten Karten für das Stück, im Burgtheater. Wir also am Sonntag zuerst zu einem Frühstück ins Café Schottenstift. Martin steht darauf (ich auch), neulich im "Dschungel" kam er auf den Geschmack. Nach den Schottenstift dann rüber in die Burg. Petra kam, anders als geplant, doch mit rein: Stehplatz, super Sicht, für 2,50.

 

Tolles Stück, spannend, sprach die Piraten-, Krokodil- und Feenwelt eines Sechsjährigen ebenso an wie den etwas verkopfteren Erwachsenen.

Man konnte übers Erwachsen-Werden und Kind-Sein nachdenken oder sich über die Grausamkeit des Piratenlebens wundern (heißa, was wurde da gemeuchelt, über die Planke gegangen, in Ketten gelegt).

 

Kunstsinnigere wie ich durften grübeln: Welche Botschaft offenbart sich wohl im Gegensatz der Beine? Hier die wohlgeformten Beinen der "Wendy" (Liliane Amuat, guckst du hier; den Rest muss man mögen), da die ausgezutzelte, beinmäßig eher durchscheinende, als Person aber auf der Bühne faszi- und dominierenden Fee "Tinkerbell" (Mavie Hörbiger, z.B. hier, die hinter dem Fenster).

 

Butschis Kunstkritik

Zu den Beinen ist alles gesagt, es war erfreulich. Petra Rathmanner hatte in der "Wiener Zeitung" zu den Beinen keine Meinung (Frau?), fand dagegen die Ausstattung überzogen und die Schauspieler "eifrig bemüht" - das ist schon fies und wird der Aufführung nicht gerecht. Recht hat sie mit dem Hinweis, dass das Stück der Burg, im Unterschied zu den Peter-Pan-Kitsch-Disney-Musical-Film-Comics, das Böse, das Abgründige auf die Bühne bringt. Und das sogar kindgerecht, wie ich mal ganz kindlich behaupte. (Sieh oben: das Meucheln usw.)

 

Wie auf der Bühne gesprochen wurde, fand ich dagegen unangenehm. Nationaler Disclaimer: Ich bin kein Ösi-Provinzler, der sich vor allem dadurch definiert, dass er allüberall des Piefkinesen wehrt.

 

ABER: Die wohl aus dem Norddeutschen eingeschleppte und seither im Fernsehen epidemische "obsessive Enphagie" muss auch an die Burg gekomm sein: Sie ahn, was den da widerfahn ist: Die schlucken Endungs-Ens einfach weg. "Willkomm in Nimmerland", "leider könn wir nicht schwimm", usw. usf. Besonders gefräßig dabei Peter Pan/Markus Meyer. Ob das den dumm Leuten an der schön Burg nicht hätte auffallen könn? Ist doch nicht gottgegehm, wenn Schauspieler nicht richtig sprechen könn.

 

Liebes Burgtheater, wie eigentlich jedes Theater und jeder Sender (und bald jede Kinder-CD) in Mitteleuropa: Nur in schlechten Vorabend-Serien heißt es "wir könn nich schwimm". Die Steigerung ist "schwymm", das klingt gerade noch erträglich von Kinderstimmchen. Von Erwachsenen, Schauspieler oder nych, ans Burgtheater gegang oder nych, klingts scheiße.

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Kommentare: 1
  • #1

    Matej (Mittwoch, 26 September 2012 01:51)

    THX for info


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