Im nö. Mangrovenwald

Wertvolle Fracht zum Flughafen gebracht - die Schwiegermutter fliegt auf Schina. Wir, ihr Escort-Service, haben danach noch ein bißchen in den Donau-Auen die Beine vertreten - den Frühling suchen. Bei Maria Ellend kann man im Überschwemmungsgürtel spazieren (wenn nicht grad Hochwasser ist!) - geniales Urwald-Feeling. Dann am Treidelweg ein bißchen an den aufgeständerten Fischerhütten vorbei der Donau nachgeschaut, wie sie nach Bukarest fließt. 

Die Lilien vom letzten Wochenende hatten auch ihren Reiz, allerdings einen mehr verbotenen: 1. im Naturschutzgebiet, 2. vermutlich auf einer roten, rosanen oder bunten Liste ...

... und 3. gehören die Zwerg-Irise (iris pumula) zwar zu den Spargelgewächsen, sollen aber nicht schmecken. Hier dagegen, in den Donau-Auen, blüht der Bärlauch zwar noch recht verhalten (die ersten Blütenknospen gehen grad auf), aber er ist definitiv genießbar. Ditto der Giersch, mein Lieblingsunkraut: Die Gärtner hassen ihn, ich verspeise ihn einfach.

 

Mein Gastronomietipp für diesen Ausflug fällt also etwas frugal und im DIY-Stil aus: Bärlauch und Giersch pflücken, kleinschneiden, rein in den Topfen/Quark und nach Lust und Laune salzen und pfeffern und ggf. mit Hanf- oder einem anderen kräftigen Öl abschmecken. Das ist jedenfalls mein Plan: Erst mal steht noch Arbeit an, am Sonntag. Grrrr.

 

Die Donau-Auen auf der Maria Ellender Seite geben zwar keine übermäßig langen Spaziergänge her, sind aber eine Augenweide und eine echte Erholung.


Ausflugstipp:


In Maria Ellend das Auto abstellen, runter in die Au, zum Donauufer. Den Fährmann rufen (nix Hoiohoh ... der hat ein Mobiltelefon, Nummer steht am Steg), der kommt dann mit seinem Holznachen angeknattert und holt die Wanderer - auch mit Rad !! - für einen fairen Preis ab und bringt sie ans andere Ufer. Dort gibts:


- das Uferhaus, eine traditionsreiche Labestelle, wos vom gebackenen Donaukarpfen (frisch aus dem Wasser, selbst gesehen!) bis zum feinen Kuchen alles gibt, was der Wanderer braucht,


- ausgedehnte Donau-Auen mit nun wirklich langen Wanderwegen (ggf. Karte mitnehmen, kann bissi unübersichtlich werden),


- Sumpfschildkröten in freier Natur - sensationell (wir haben heute - gibts überhaupt welche auf der Ellender Seite?  - keine gesehen, wäre wohl auch noch ein bißchen frisch gewesen für die wechselwarmen Brüder), und


- Schloss Orth, mit Museum (naja, geht so, alter Kram, Typ Butterfass von Oma, Nachttopf von Oma, Fischspieß von Oma; meine mich zu erinnnern, dass es auch so roch) und dem Freiluftbereich (Nationalparkzentrum): Schlangen, Ziesel, Schildkröten, Fische von unten (!) im riesigen Teich beobachten - dringende Besuchsempfehlung für jeden, der was für Natur übrig hat.


Achtung: vom Ufer(haus) zum Schloss ist zwar herrlich zu gehen, aber es zieht sich ein bißchen. Daher Tipp oben beachten und ggf. Räder mit nehmen. Nix Lustigeres als mit gefühlt 180 Sachen samt Rädern über die Donau gefährt zu werden.

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© Frank Butschbacher