Sommer kann kommen: wir sind (schon fast) fit

Sonne war angesagt (wir habens auch geglaubt) und Martins neues Rad muss eingefahren werden. Wir also am Sonntag spät am Vormittag in Richtung Anninger. In Worten: der höchste Buckel im Bezirk, herrlicher Wirtschaftsweg zum Gipfel rauf, und vor allem, wenn man fast oben und fast fertig ist: das fiese, ursteile, hochselektive und gefühlt unendlich lange letzte Stück. Wir habens geschafft, hier die Details (und Bilder). Das links, och, ja, gehörte auch zu einer hochselektiven Radtour. Nämlich darum:

Sonntags ist ja gut durch Mödling zu radeln. Die sog. Radwege sind direkt benutzbar, von der Tankstelle an der Badstraße kurz durch die FuZo (legal!) und die "Goldene Stiege" hinauf zum Bockerl. Dann den Beethoven-Weg rüber zum Anfang der Anningerstraße. Unterwegs noch schnell beim Armbrustschützenstand den Bogenschützen zugeschaut - Martin sind fast die Augen rausgefallen: B.O.G.E.N.-schießen - bei ihm grad maximal angesagt. (Tipp: Man kann dort Übungszeiten vereinbaren und darf dann auf riesige Strohscheiben anlegen. Problem: Finde mal eine Telefonnummer oder Email von denen ... Aber ich hab eine, denn der Armbrustschützenmeister war persönlich anwesend.)

 

Die Anningerstraße dann aufwärts.

 

Wir sind mit einem Päuschen auch super zur Breiten Föhre. Und nach einer weiteren Verschnaufpause waren wir auch schon beim Waldwirtshaus "Krauste Linde" - das wie immer eine unglaubliche und mir völlig unerklärliche magnetische bzw. hypnotische Wirkung auf mich hat. Leider nicht auf Martin, denn der Ehrgeizling (und Verräter) ist einfach weitergefahren, auf die Mörder-Final-Strecke zum Gipfel.

 

Zuerst gehts ja noch behaglich dahin, dann aber, spätestens bei dem Brünnchen rechts, zeigt sich, wer im Winter fleißig geübt hat. Wir nicht. Also bissi geschoben, wieder gefahren, wieder geschoben. Das Problem dieses letzten Stücks ist ja: es ist so sackrisch steil, dass du - einmal abgestiegen - kaum wieder anfahren kannst.

 

Aber: wir kamen rauf.

 

Also Räder beim Schutzhaus abgestellt und dann - angestellt: eine Ur-Schlange.

 

Es war, wieder einmal, völlig überraschend Mittag geworden und das Hüttenmanagement kam mit nix hinterher. Ärgerlich, aber aushaltbar. Das A.Sch-Haus ist ja innen so kuschelig wie ein Gewerkschafterheim in der Hohen Tatra, aber draußen hätte man an dem Tag doch gut sitzen können. Aber dass Kinder eine Viertelstunde (oder länger - keine Ahnung) auf ein Getränk warten müssen, weil die Omas vorne in der Schlange den Senf auf ihre Würstel rechtsrum draufgedrückt haben wollen und weil die Küche nicht schneller kann (wie gesagt: Mittagszeit! Wer konnte das ahnen?) - das ist mir unverständlich.

 

Vielleicht wären hungrige Mäuler (und v.a. Kinder) mit einem vorbereiteten Wurst- oder Käsebrot auch zufrieden, v.a. wenn die Alternative ewig warten ist? Vielleicht könnte man Bier und Cola mal schneller ein- und ausschenken als sonst, wenn schon 20 Leute warten? Aber ich hab leicht reden: mich hat die Mittagszeit ja nicht eiskalt überrascht.

 

Jedenfalls war ich (wer hätts gedacht) urstinkig und gelobte: keinen Euro diesem A.Sch.-Haus. Ich will zur Krausten Linde, die haben mich bestimmt lieb!

 

So wars auch. Also wieder runter - dauert ja nur drei Minuten, bei dem Gefälle. Krauste Linde, Vollbremsung, rein: keine Schlange!! Sieg, Triumph!

 

Wirt Toni war zwar auch im Stress (volle Terrasse, bei dem Wetter), aber wie immer sehr nett und v.a. irrsinnig effizient. Hat uns ruckizucki mit Radlern, Liwanzen und Apfelstrudel (die feste Nahrung ging an Martin) gerettet. EIN FETTES LOB FÜR DAS SCHÖNSTE GASTHAUS AM ANNINGER.

 

Das war der Gastronomie-Tipp!

 

Der Apfelstrudel kam schon extrem gut an. Martin meinte: der beste der Welt!

 

Und der Hunger wars nicht, denn da hatte er schon die Liwanzen verspeist. Und die erst!! Liwanzen!

 

Wassn das eigentlich?

 

Ein böhmisches, sprich tschechisches Germ(hefe)teig-Gericht. Eine Art zusammengedatschte, aber trotzdem sehr flaumige Germknödel oder Dampfnudel. Aber wie fein und wie flaumig. Und das ganze mit Powidl (Zwetschgenmus, aber auf die Hälfte eingekocht - Zwetschgenaromahochkonzentrat!). Und einen Schlag Schlag dazu und das ganze an einem sonnig-milden Frühjahrssonntagmittag am Anninger.

 

Ich soll die jetzt nachbauen, wurde von meinen beiden Oberliwanzen gewünscht. OK, wird gemacht, aber ohne Anninger.

Rezept habe ich z.B. hier gefunden.

 

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