Ribisel-Joghurt-Eis (also rote Johannisbeeen)

Schmeckt nicht, braucht keiner: Die Kerne und die Schale müssen raus. Aus dem Püree wird dann ein extra feines fruchtiges Fruchteis. (Foto: Frank Butschbacher)
Schmeckt nicht, braucht keiner: Die Kerne und die Schale müssen raus. Aus dem Püree wird dann ein extra feines fruchtiges Fruchteis. (Foto: Frank Butschbacher)

In diesem Sommer gabs einige Eis-Versuche, manche mit der einfachen Maschine, andere mangels Gerätschaften einfach von Hand. So einfach, so genial gut.

 

Bewährt hatte sich ein Eis aus wirklich vollreifen Pfirsichen. Leider verkaufen unsere Leistungsträger im Lebensmitteleinzelhandel (Supermärkte) im Normalfall fades bis ungenießbares, weil total unreifes Obst.

 

Es gibt allerdings Obstsorten, da schaffen es die Supermärkte, brauchbare Ware zu liefern - z.B. bei Ribiseln (roten Johannisbeeren). Daraus habe ich ein Ribisel-Joghurt-Eis gemacht. Das Foto zeigt einen wichtigen Arbeitsschritt (s.u.), wie so ein Eis aussehen kann, siehe hier, ein Hollereis).

Die hier angegebenen Mengenverhältnisse passen eigentlich auf viele Obstsorten (und wiesüß, wie fruchtig oder wie sahnig du das Eis am liebsten magst, kann ich nicht wissen: das probiert jeder für sich aus).


250 g Ribiseln

1 Joghurt (am besten vorgekühlt, 1 h im Eisfach)

1/2 (ca. 100g) Obers oder Sauerrahm (dto. vorgekühlt, 30' Eisfach)

150-200g Zucker - das ist nun mal so: Eis schmeckt, wenn süß. Man kanns zugegeben auch zu süß machen, aber Diät-Eis gibts nun mal nicht. Es gäbe ggf. kleinere Portionen, geht sogar ganz einfach...


Ich habe die Ribiseln abgezupft (vom Stengel abgemacht), dann püriert. Die paar Kerne, dachte ich, das hält man aus, ist ja "selbstgemacht" und "natürlich".


War Blödsinn. Es schmeckte genial, war aber eine Kern-Orgie - katastrophal.


Also habe ich dazugelernt und es beim nächsten Mal so gemacht: Masse kurz pürieren/durchmixen. Dann durch ein Sieb drücken. Da die Kerne recht groß sind, reicht auch ein relativ grobes Sieb, und wenns aus Metall ist, drückt sichs etwas leichter. Kunststoff geht auch. Man gibt einen Löffel voll Pampe ins Sieb, fährt mit dem Löffelrücken drüber. Das gute Fruchtpüree läuft unten raus. Ab und zu abstreifen. Neue Pampe oben drauf, drüberfahren, usw., bis alles durch ist. Was übrig bleibt im Sieb, ist jetzt eine relativ feste, trockene Masse. Ich hab mir nicht die Mühe gemacht, da mit irgendwelchen Tricks noch 2 EL Püree zusätzlich rauszukochen, -zuwaschen oder anderes rauszukitzeln. Lohnt nicht.


Man verliert so oder so von den 250g Ribisenl ganz schön viel, um die "80g Ausschuss" warens bei mir. Aber es hilft nix: die Schalen und v.a. die Kerne bringen nix, außer Ärger. Weg damit.


So gehts weiter:


Püree mit Zucker mischen. Dann Joghurt und Obers/Rahm dazu, gut mischen. Alles ins Eisfach, bis die Masse anfängt, fest zu werden bzw. bis sich am Rand der Schüssel schon eine ordentliche feste

Schicht angelagert hat.


Dann mit einer Gabel oder einem Löffel gut durchrühren.


Zurück ins Eisfach für weitere 30'. Wieder raus, durchrühren, zurück. Wiederholen, bis die Masse schön cremig, aber fest ist.


Warnung:

Es ist natürlich blöd, wenn man großmäulig das selbstgemachte Eis angekündigt hat und einige neugierige oder hungrige Münder sabbernd vor dem Kühlschrank warten. Der Druck ist immens und die Versuchung groß, das "Eis" halt zu servieren. Das ist dann aber ggf. kein Eis, sondern kaltes Fruchjoghurt. Sicher ein feines Dessert, aber kein Eis.


Das Gefrieren plus Durchrühren dauert je nach Eisfach und Ausgangstemperatur der Masse um die 2-3 Stunden.


Daher der Tipp oben, hier wiederholt:


Möglichst alle Zutaten vorkühlen.


Möglichst weit runter kühlen, es soll bloß nicht richtig gefroren sein. (Achtung: Obers/Rahm wird schnell sehr fest und lässt sich dann schwer vermischen bzw. macht dann Klumpen/Knoddel, die sich kaum noch mit dem Eis vermischen. )


Also Joghurt und Obers/Rahm im Eisfach vorfrosten. Ribiseln mindestens im Kühlschrank vorkühlen, oder noch besser: früh mit pürieren und passieren anfangen (am Tag vorher!! entspannt ungemein wenn das schon erledigt ist) und lange vorkühlen - am besten auch eine halbe bis ganze Stunde ins Eisfach.


Auch die Schüssel, in der alles vermischt und durchgerührt wird, kann im Eisfach vorgekühlt werden. Und warum nicht auch den Zucker im Kühlschrank bzw. mit dem Püree gut vorkühlen. Alles, was vorher schon an Temperatur runtergedrückt wurde, spart nachher beim Durchrühren/Weiterkühlen massig Zeit - und Enttäuschungen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
© Frank Butschbacher