Mi

30

Sep

2015

Happy Torte to Me

Linzer Torte, von Petra zum Geburtstag bekommen.   (Foto: Frank Butschbacher)
Linzer Torte, von Petra zum Geburtstag bekommen. (Foto: Frank Butschbacher)

So könnten Tage immer beginnen: Ich sitze im Büro und nehme die ersten telefonischen Huldigungen entgegen (Danke Didi, das Packerl ist leider noch immer nicht in der Post). Währenddessen ist Petra, die Emsige, noch zuhause und backt mir eine Geburtstagstorte.

Backt nicht nur, sie bringt die Torte sogar mit ins Büro. Und nachher gehts ihr an den Kragen.


Wieso, "wem"? Versteh die Frage nicht.


Für allfällige künftige Kuchenspenden, Background zu Frank Butschbacher: Mein Horizont hat sich in den letzten 40 Jahren zwar durchaus erweitert, ja, doch, aber früher, da waren Käsekuchen und Linzertorte meine unangefochtenen, alles überragenden Favoriten. So übersichtlich war die Welt vor der Globalisierung.

0 Kommentare

Mi

26

Aug

2015

Nö echte Scheinwelt

Der "Natur auf der Spur"? Nur ein schlechter nö. Landeswitz: Radtour in Hohenau, Weinviertel.  (Foto: F. Butschbacher)
Der "Natur auf der Spur"? Nur ein schlechter nö. Landeswitz: Radtour in Hohenau, Weinviertel. (Foto: F. Butschbacher)

Ein verkorkster Radausflug kann viele Ursachen haben: Müdes Kind (schon am Vortag geradelt), Beifuß-Allergie-Attacke mit Granatennesselausschlag.

Es kann aber auch daran liegen, dass das Land Niederösterreich Radwege mit Aussagen bewirbt, die man bei jedem anderen als freche, blanke Lügen bezeichnen würde.

Als freche, blanke Lügner würde ich weder das Land NÖ noch seine Vertreter, ob glatzert oder kastratengleich mit vollem Haupthaar, nie & nimmer bezeichnen. Wir sind ja schon zu viel gewohnt.

 

In Hohenau, "oben rechts" auf der Karte, sprich an der tschechisch-österreichisch-slowakischen Grenze, soll es einen Radweg speziell für Kinder geben. Thema: Der Natur auf der Spur.

 

Auf der mit blau-gelbem "NÖ" verzierten Website wird da geschwafelt, dass sich die Balken biegen: Adler, Biber, Lamas, Hirsche, Reiher, seltene Amphibien, Vogelbeobachtungsstationen ... Schaut, wenn ihr wollt, mal das PDF hier an: Mit welcher Erwartung würdet ihr losradeln? Tut es nicht !!

 

Dann, landestypisch, die Realität als Kontrast zur blau-gelben Propaganda: Lachhafte bis bizarre Beschilderung (positiv: schärft die Konzentration und Beobachtungsgabe).

 

Natur? Irgendwie sowas gabs schon. Wenn man einen kilometerlangen, schnurgeraden asphaltierten Feldweg zwischen einem beifuß- und brennnesselüberwucherten, tw. abgebrannten Bahndamm und einem Acker (boah, ey, eine nö. Spezialität!) mit einigen angefaulten Kürbissen drauf als "Natur" akzeptiert.

 

Abwechslung gabs schon: Drei Dosen Red Bull.

Das darf ja in keiner nö. Landschaft fehlen. Danke Herr Mateschitz und Gratulation auch an dieser Stelle zu Ihren depperten Kunden. Sie kassieren, wir räumen Ihren Dreck weg. Hoch leben unsere Leistungsträger, in Wirtschaft und Politik!

0 Kommentare

Fr

14

Aug

2015

Vom Leben am Land

Frank Butschbacher am "Agria", das Feld pflügend. Vermutlich Herbst 1964 (Foto: S. Butschbacher)
Frank Butschbacher am "Agria", das Feld pflügend. Vermutlich Herbst 1964 (Foto: S. Butschbacher)

Als wir Ende Juli mit Freunden in Landl (Gesäuse, Stmk, Ö.) waren, mussten wir zuerst mal das Land roden. Und wie das so ist in primitiven Gesellschaften, da müssen auch die Kleinen mit ran. Als ich nachher das Foto "Martin der Mähmann" anschaute, musste ich an ein altes von mir denken.

 

Aber jetzt vergleicht mal: Hier mäht Martin, 10, mit einem modernen Luxusmähapparat für Vorzeigeräsen. Fährt von selbst. Und daneben, ich, Frank Butschbacher, das Original. Wenn die Beschriftung im Fotoalbum stimmt, war ich damals knapp oder grad 4.

 

Modemäßig kommts hin: Ohrenklappenkappen waren damals ur angesagt. Wirklich belegbar ist, dass das weibliche Knie damals beinah unterm Rock vorschaute, und dass Frauen anfingen, Hosen zu tragen. Mit dem Bevölkerungswachstum gings auch prompt bergab, aber das ist 1. ein anderes Thema und 2. völlig wurscht, denn ich war ja schon gezeugt.

 

Jedenfalls: wir mussten ran, damals, in der Zeit kurz nach dem Krieg. Es gab ja nix. Wir haben alles selbst im Garten angebaut, Kartoffeln, Salat, Äpfel, Bananen, Reis. Und ich habe mit dem "Agria" das Feld gezackert, wie man damals in der Gegend sagte.

Und wir haben dabei gestrahlt! Wir hatten nix, kein Farbfernseh, keine Computerspiele, keine schlauen Telefone - und waren ja so glücklich. Und die heutige Jugend? Hat alles, muss nix hackeln, und schaut griesgrämig.

Es ist so herrlich, einfach mal ungehemmt die eigene Jugend verklären und die heutige nach Strich und Faden mies machen zu können. Das gabs damals natürlich auch nicht.

0 Kommentare

Fr

14

Aug

2015

Alles so schön bunt hier ...

Nein, ich glotz nicht TV, morgens nicht und übrigens auch abends nicht. Sondern morgens am Balkon auf meine fröhlich wuchernden kugeligen Pfefferoni.

 

Letztes Jahr wurde daraus rein gar nichts. Das Wetter war auch nicht danach. Ich hatte auch versucht, "from scratch" die Dinger aus Samen zu ziehen. Heuer dagegen habe ich mit einem gekauften Bäumchen losgelegt. Das hängt seit Wochen voll mit bunten Weihnachtskugeln.

 

Die fangen klein an und sind zunächst alle satt-lviolett (wie die ganz oben links). Ein schräges Bild am Balkon. Dann werden sie heller und gehen von orange ins knallrote, sind also zumindest farblich im pfefferoni-üblichen Bereich. Größer als 1 cm im Durchmesser werden sie kaum.

 

Die sorgen für gute Stimmung auf dem Balkon und auf dem Salamibrot.

0 Kommentare

Mi

12

Aug

2015

Total verbronnt

Heilbronn, Maulbronn, auch das plagiatsverdächtige Öschelbronn hatte ich als alter Eschelbronner natürlich immer schon gekannt. Auf der Fahrt nach Maulbronn (Ex-Kloster, uneingeschränkte Besuchsempfehlung!) war aber die Verbronnung dieser Gegend nicht zu übersehen. Links, rechts, vorne - es bronnte nur so auf den Straßenschildern.

 

Die Frage war: nur eine lokale Ortsnamensepidemie, oder war die Bronnerei normal in ganz Deutschland, gar im ganzen dt. Sprachraum?

 

Die Website CiNaViz klärt das auf: Gebronnt wird entlang der Achse Freiburg-Stuttgart-Nürnberg, v.a. nördlich der Achse. Einige wenige Ausreißer gibts dann von Lothringen bis Bayrisch-Schwaben.

 

CiNaViz (CityNameVizualization) ist von Thomas Zastrow. Tolle Sache.

 

Übrigens: Eschelbronn ist der Punkt unter dem "el" von Heidelberg. Maulbronn liegt nördlich von Pforzheim, Öschelbronn praktisch gleich daneben.

 

0 Kommentare

So

02

Aug

2015

Boys, wild and movin'

Die drei Musketiere, Martin und seine besten Freunde aus der Volksschulzeit, waren zusammen im Gesäuse. Petra hatte das schon lange ausgemacht. Wir haben das dann durchgezogen, auch wenn Martin mit seinem Schlüsselbeinbruch nur bedingt geländegängig war.

 

(Es folgt ein kurzer Abschnitt nö. Industriegeschichte. Zu unseren Ausflügen in die steirische Natur gehts weiter unten. Zum Rezept Hollereis und zum Bohnensalat gehts hier.)

 

Es ging hoch her und hoch hinaus, das zeigt dieses Industrie-Fossil links im Bild: Wir besuchten am Weg nach Landl (im Gesäuse) zunächst die nö. Landesausstellung "Ötscher.Reich" in Neubruck.

 

Neubruck liegt am Weg, von Wieselburg zum Hochkar sind wir die Strecke schon x-mal gefahren und hatten die Protzvilla eines Frühindustriellen noch nie wahrgenommen.

 

Kurz und gut: der gute Herr Töpper hatte in den 1817 einen Hammer. Echt, "Hämmer" ...

... waren wasserkraftgetriebene Monster, mit denen in der ganzen Region Eisen zu allerhand Brauchbarem (Sensen, Nägel, ...) geschmiedet wurde. Andreas Töpper riss den alten "Hammer" ab und baute ein damals hochmodernes Eisen- und Walzwerk. 

 

Ein echter Leistungsträger, dessen Leistung sich gelohnt hat. Das sieht man an dem Töpperschloss, in dem er residierte und das für die Landesausstellung vom Landesvater renoviert wurde. Danke.

 

Die Ausstellung selbst:

 

Sie vermittelt tw. spannende Einblicke in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der sog. "Eisenwurzen". Das ist die Gegend vom (steir.) Erzberg hinüber/herunter zur Donau. Dank der Wasserkraft wurde offenbar bis ins 19. Jh. kleinräumig bzw. kleingewerblich Eisenerz geschmolzen und bis zu Endprodukten weiterverarbeitet. Das brachte zumindest den "Hammerherren", den nicht-adeligen Bonzen der vor-industriellen Zeit, anscheinend einigen Wohlstand und der Gegend wenigstens Arbeit.

 

Wie genau hier die soziale Gerechtigkeit ausbalanciert war, erfährt man höchstens am Rand der Ausstellung, aber immerhin - das Bild der im großen Maßstab Raubbau an der Natur betreibenden Österreicher, die ihren Energiehunger nicht in Libyen oder Pakistan sondern damals vor Ort stillten, wird um einige Facetten schärfer.

 

Leistungsträger Töpper ließ im großen Maßstab die Wälder zwischen Lunz und Scheibbs abholzen. Er brauchte die Energie in seinen Fabriken. Die dadurch auftretenden Hochwässer waren sozusagen Kollateral-Schäden des Aufschwungs. Bezahlt haben dafür wahrscheinlich auch "die anderen". So taugt doch auch diese Erfolgsgeschichte zur Illustration der sogenannten "Externalitäten". (BWL-speak für: ich profitiere, für die Schäden [an Umwelt, Gesundheit usw.] zahlen andere).

 

Einen kurzen Einblick in die Ausstellung gibt diese (offz.) Website.

Warnung auch an dieser Stelle für Leute, die so doof sind, Landesausstellungen mit Kindern zu besuchen: Es gibt für die Kleinen und schon Größeren exakt gar nix zu tun. Rätsel-Rallye oder sonst eine altersgerechte Beschäftigung - Blödsinn, wozu auch? Kommen wohl eh genug Pensionisten ...

 

Ein bisschen weit gespannt ist das Thema der Ausstellung schon, und damit sehr mühsam, einen roten Faden zu erkennen. Der Ötscher und die Alpen? OK, das kann man mit gutem Willen nachvollziehen. Was aber Beispiele, volkskundlicher Schnitzkram und Fotos aus Tirol und der Schweiz mit dem Ötscher zu tun haben, das hat wohl v.a. den nö. Landesausstellungsdesignern eingeleuchtet. Wir lernen: die Berge sind hoch, das Leben da oben manchmal nicht so lustig wie auf Kalender- und Fremdenverkehrsbüro-Fotos gezeigt. Früher hatten die dort Löffel aus Holz. Die hatten auch Kästen/Schränke und Truhen aus Holz. Die hatten sogar Spielzeug aus Holz. Das mag auch damit zu tun haben, dass es damals dort eine Unmenge Holz gab, aber nur sehr wenig Plastik.

 

Macht nix, die Ausstellung zeigt schon das Wesentliche: Wer über die Produktionsmittel verfügt (und diese auf dem neuesten Stand hält), kriegt die schönsten Schlösser, wer für diese Leute dageben arbeiten muss, wohnt weiterhin bei Mama und Papa und kriegt nicht die 2.-klassigen, sondern gar keine Weiber. Er frisst vor allem leckeren Getreidebrei aus dem Holzteller, aber den hat er schön geschnitzt.

 

Dem alten Töpper hat seine Müh und Plag beim Arbeitsplätzeschaffen auch nix genutzt. OK, der wohnte in einem Schloss und reiste dauernd nach Triest (und sagte seiner Trulla, es ginge um "Aufträge" ...), kein Nachteil. Aber die kleinteilige Produktionsweise und objektive Standortnachteile (keine Eisenbahn, heute würde man in erster Linie die Lohnkosten der bäuerlichen Fuhrleute vorrechnen), sorgten letztlich für das Aus seines Unternehmens.

 

Und wir fuhren weiter.

(Achtung, hier geht der Landl-Ausflug jetzt endlich weiter !!)

 

In Landl war es wie meist sehr entspannt und erholsam. Am Samstag nach Anreise und Landesausstellung erst mal ankommen, auspacken und -rasten, Abendessen beim Feldbauern. Das ist ein Bauernhof mit Jausenstation in Landl, Ortsteil Kirchlandl, und ist gleichzeitig meine dringende kulinarische Empfehlung für alle, die durchs Gesäuse bzw. die Hieflauer Gegend kommen. Samstag gabs auch wieder Schweinsbratl, das sich Martin und Nicki brüderlich geteilt haben. Geschmeckt hats ihnen super.

 

Am nächsten Tag sollte der dritte im Bunde, Chrissie, dazustoßen. Auf dem Weg zum Übergabepunkt genossen wir erst mal den Leopoldsteinersee. Nicht umsonst der schönste See der Steiermark (Bewertung von 2014, meiner Meinung nach immergültig).

 

Dazu hier gleich ein paar appetitmachende Bilder.

 

Am Abend, vom Grillen besänftigt oder auch eingelullt, stimmte die Meute - auf eine ungestützte Frage (Was würdet ihr morgen am liebsten machen?) für Wandern! Nachdem wir das verdaut hatten - drei 10jährige mit Handys ausgestattet mit einer Gesamtrechen- und Datenübertragungsleistung die für das gesamte Apolloprogramm gereicht hätte, sind für: Bewegung!!?? - stimmten wir zu.

 

Wir latschten dann in Radmer vom Kupferbergwerk (Super-Besuchstipp für Schlechtwetterprogramm!!) aus den Berg hinauf zur Neuburg-Alm. Hier hat schon jemand diese Tour beschrieben - einfach nachlesen. Unsere Buben sind die 1:20h emsig durchmarschiert. Weder hinauf noch beim Abstieg gabs Gemecker oder Wehklagen. Gut, wer dauernd die "Babbn" offenhat, kann sich schlecht beschweren. Aber sie waren auch einfach mit sich beschäftigt und zufrieden. Ob sie was von der Gegend, incl. Lugauer, (2217HM), mitbekommen haben, ist die Frage, aber angesichts dreier zufriedener Dauerwanderer auch sekundär.

0 Kommentare

Di

28

Jul

2015

Butschbacher fährt ins Ausland. Diesmal: Bosnien

Grillen plus Baden an der Una. Amelas Freunde, Aki und Đenana, hatten uns an ihr Lieblingsplätzchen mitgenommen. 1000 Dank, so schön kann Grillen sein. (Foto: Frank Butschbacher)
Grillen plus Baden an der Una. Amelas Freunde, Aki und Đenana, hatten uns an ihr Lieblingsplätzchen mitgenommen. 1000 Dank, so schön kann Grillen sein. (Foto: Frank Butschbacher)

War am Wochenende in Bosnien. Im westlichsten Zipfel, Bosanska Krupa (100km südlich von Zagreb). Ich war das erste Mal dort.


Die wilden Jungs aus dem Youtube-Video unten sind am Rückweg ein Stück mitgekommen, akustisch, seither mag ich "Divlje Jagode" (Wilde Erdbeeren).

Dinosauriermusik, für einfache Gemüter wie mich das Richtige. Ich hatte auch tolle echte Begleiter - eine bosnienhungrige Meute aus dem Kroatischkurs samt diversen Anhängen sowie ... stop: Vor dem Weiterlesen und Fotogucken kurz ins Video reinhören, sich eine 7-stündige Autofahrt vorstellen.


Je bilo let na drugi svijet (Song von den Erdbeeren).

Was hatte ich eigentlich erwartet? Keine Ahnung mehr, es war auch alles ganz anders.

 

Eine beinahe irreale Kombination aus herrlichster Natur, nach 20 Jahren noch immer zerschossenen Häusern, extrem netten Leuten (OK, das war vielleicht kein Zufall, es waren Freunde von Amela, unserer Kroatischlehrerin).

 

Erster Eindruck, von Bosnien, nach 1 h Zuckelei über kroatische Dörfer: Die Grenze bei Kostajnica. Von weitem zu sehen - die Moschee (etwa so [externes Foto]). Nächster Eindruck: Die Festung am Grenzübergang (Postkartenartig zu sehen: hier). Die Mosche liegt natürlich im bosnischen Teil, die Festung im Wasser und gehört wohl noch zur kroatischen Seite.

 

Der Fluss ist die Una, die bildet hier die "natürliche", vor 20 Jahren blutig umkämpfte Grenze. Beides, Fluss und Krieg, haben uns die nächsten 2 Tage begleitet. Am Fluss entlang gings nach Bosanska Krupa, im westlichsten Zipfel von Bosnien gelegen und unser eigentliches Reiseziel. Und es ist nicht möglich, 100 m zu gehen oder 10 min zu fahren, ohne von zerschossenen, ausgebrannten oder einfach verlassenen Häusern an den Krieg erinnert zu werden.

 

Die Reise bestand vor Ort aus "Aufnahme": V.a. Eindrücke, aber auch Fotos, Kaffee, gegrillte Sardellen. Ich zeige hier einfach ein paar Bilder von der Stadt B Krupa, von dem Una-Strand, an dem wir mit Amelas Freunden und Familie gegrillt und gebadet haben. Am Anfang zur Einstimmung ein kurzes Handyvideo, vor allem zur akustischen Hinterlegung. Drveni Most u Bosanski Krupi oko 8 sati.

Um es hinter mich zu bringen, hier gleich der "Bomben"-Kontrast, den ich erlebt bzw. in dem ich da gelebt habe: das Hotel Eki, an der Holzbrücke. Und 30 Schritte weiter: Ruinen, und wirklich nicht die einzigen. Weiter unten dann die wirklich schönste Seite der Reise: Baden, Schwimmen, Grillen an der Una mit netten Leuten.

1 Kommentare

Mi

27

Mai

2015

Grado, Isonzo UND Soča

LattePiu - feines Eis in Grado, Martin sah das auch so.
LattePiu - feines Eis in Grado, Martin sah das auch so.

Machen wirs kurz: In Grado gibts ein Super-Eis. Eine Menge Lokale haben die auch, ich fand die Pizza aus der LaMäng dennoch köstlich (s. unten, Gastro-Tipps).


Die ganze Geschichte begann mit einem Hofer-Prospekt. Petra hatte seit Monaten immer wieder mit den Reiseangeboten geliebäugelt, der 3-Tage-Aufenthalt in einem Feriendorf bei Grado über Pfingsten war dann das letzte Stroh, wie man bad germish wohl dazu sagt. Wir also hin bei grausigen Temperaturen zuhause - im Friaul kam dann die Sonne raus, und blieb dankenswerterweise auch bis zur Rückreise: An der nö. Grenze wars dann wie vorher, nass, kalt, grausig. In Grado dagegen: super, und das - sagt Martin - obwohl wir den (erhofften) Fernseher doch nicht hatten.

Wer nach Grado will, muss 1. durch Kärnten (das geht - vorbei) und dann durch Aquileia. Gut, wenn man auf frühchristliche Bodenmosaike steht: davon haben die da reichlich. Die Stadt war mal unter den Top Ten des Römischen Reiches (ok, das ist relativ: sogar Trier war da mal dabei). Es stank dort also nach Kohle. Und die hat man ausgegeben, u.a. eben in Mosaike und Basiliken.


Blöd, wenn praktisch nach Erstbezug der rechtstaatliche Rahmen aus den Fugen gerät, die Obrigkeit sich untereinander abmurkst ("Bürgerkrieg") und dann statt fachgerechter Restaurierung das Gegenteil geschieht: wenn das hoffnungsfrohe Gemeinwesen von leistungswilligen Immigranten mit völlig anderem Wertesystem (aus diversen kulturellen Hintergründen: zuerst "Visi-, Ostro- und sonstige Goten", den sprichwörtlichen Hunnen und zur Sicherheit auch noch Langobarden) platt-, nieder- und armgemacht wird.

 

Die Geschichte und die Natur haben die Reste dann dauerhaft unter einen dicken Rasenteppich gekehrt - was insofern gut war, als die Bodenmosaike vielleicht gerade dadurch für nördliche Stauntouristen erhalten blieben.

 

Wir haben es dann so gemacht, wie damals die kärglichen Reste der ge-goteten Bevölkerung: wir sind nach Grado weitergezogen.

 

Eine Fahrt durch die topfebene Landschaft, an endlosen Kanälen vorbei und immer vor der Kulisse schneebedeckter Alpengipfel, gibt einen nachhaltigen Eindruck einer über Jahrhunderte gewachsenen (angespülten bzw. versumpften und verlandeten) Gegend. Das Hinterland von Grado (in Richtung Monfalcone, nach Norden gibts eigentlich hauptsächlich viel Wasser) gibt für kleine Abenteuerausflüge einiges her: an den Mündungsbereich des Isonzo, man folge etwa den Schildern für das Naturpark-Zentrum, oder auch planloser, einfach einigen Straßenschildern vage folgend, fast bis in die Uferlandschaften vor Monfalcone.

 

Diese Stadt haben wir betreten/befahren, ist nicht so scheußlich, wie die Reiseführer warnen, im Gegenteil. Aber unser Ziel war geistig hochstehender: Duino. Malerisches Schlösschen (gut, wenn man aus dem Hause Thurn und Taxis stammt, da kann man sich so ein Wochenend-Retreat gut leisten und auch mal einen renommierten Dichter an die Speisetafel holen.

 

Wenn ich das recht gelesen haben, hieß der Herr "Sentiero Rilke", ob er mit dem Schwulstmeister selbigen Nachnamens verwandt oder -schwägert war, da bin ich mir nicht sicher. Sentiero hat jedenfalls dort auf der Burg einer besserverdienenden Sponsorin gehaust, zur Erholung vom Dichten und Sponsorenhätscheln viele Spaziergänge gemacht und für die Firma Reclam langatmige Gedichte ("Elegien") gedengelt.


Gastro-Tipp:

LattePiu, hervorragende "artigianale" Eisdiele, Piazza XXVI maggio No. 14 (an der Hafenuferpromenade Via A. Manzoni nach Westen, wenn sich ein Platz öffnet und dir massig Leute mit seligem Gesichtsausdruck und Eistüten in der Hand entgegenkommen bist du richtig). Buonissimo, sagte ein Italiener auf Tripadvisor. Die müssens ja wissen.


Pizza-Take Away, eher unitalienischer Name aber superitalienische Pizza. Schmeckt unglaublich gut, große Auswahl, sensationell faire Preise (2 Euronen für große Schnitte). Wir wollten uns nirgends "reinsetzen" oder sonst seßhaft werden und waren daher hier genau richtig. Gleich am "Anfang" des Hafens, kaum zu übersehen.



 

Wer am kleinen Hafen steht, müsste auch diese Labestelle sehen:
Wer am kleinen Hafen steht, müsste auch diese Labestelle sehen:
0 Kommentare

Mo

18

Mai

2015

Wald- und Strandläufer an der Rax

Früh übt sich, wer dem Sheriff von Nottingham die illegal eingesackten Steuern wieder abjagen will. (Foto: Frank Butschbacher)
Früh übt sich, wer dem Sheriff von Nottingham die illegal eingesackten Steuern wieder abjagen will. (Foto: Frank Butschbacher)

Wir waren in Reichenau, Petra auf einem Seminar, Martin und ich auf der Pirsch (und manchmal auch einige von uns vor dem Fernseher ...). Typisches Männerprogramm halt: Bier einkaufen beim Rax-Bräu (noch nicht verkostet), einen erbärmlichen Flohmarkt in Peyerbach besucht, an der Schwarz gestrandete Wanderer und merkwürdige Würmer entdeckt - zu den Würmern s.a. den letzten Blog-Eintrag. (Mehr dazu und Fotos unten).

 

 

Dann unter Anleitung eines Bogensport-Meisters auf der 3D-Anlage durch den Wald gepirscht und auf Gummi-Bären, Gummi-Adler und rosarote Panther geschossen. Neben Martin war noch ein gleichaltriger Bub dabei, damit war das Ereignis natürlich gleich noch viel cooler.

 

Wir residierten in der Pension Hanl in Edlach - sehr fein da (die Bilder auf der Website zeigen auch den Garten - toll!). Nette Vermieter, ein wunderbarer Garten, schöne FeWo mit Blick auf die Rax. Die beim Spar gekauften Gummi-Flieger zischten fast echt über Garten und Anwesen. Die Pension der Hanls kriegt nur Pluspunkte von mir.

Einer davon: der Mostheurige Leo-Hof, gleich hinter dem Zaun. Mein Gastronomie-Tipp für Reichenau. Köstlichen Most (besonders gut, wenn das Wetter dann von der Vorhersage abweicht und einfach nur schön ist) mit unglaublich wohlschmeckenden Speck-, Leberaufstrich- und anderen Broten. Und eine kulinarische Entdeckung: der Schmerstrudel. Ich will (im Moment) gar nicht wissen, was da drin ist, es schmeckte riesig. Sieht man ja, oder?

0 Kommentare

Mo

18

Mai

2015

Worm-Spotting: Neunauge oder Blutegel?

An der Schwarza bei Reichenau einen merkwürdigen "Wurm" gefilmt. Ich dachte spontan an Blutegel. Aber die Bewegungen waren mir sehr "fischig". Das Viech war auch nicht platt, v.a. beim Schwimmen sogar ausgesprochen schmal. Vielleicht ein Neunauge? Noch nie eines gesehen .

Blutegel hatte ich bisher auch fast schwarz in Erinnerung. Andererseits zog sich dieser "Wurm" auch stark zusammen - und die 9 Augen waren auch nicht zu sehen.

Wer hat eine Ahnung, was das für ein Tier ist?

0 Kommentare

So

26

Apr

2015

Sommer kann kommen: wir sind (schon fast) fit

Sonne war angesagt (wir habens auch geglaubt) und Martins neues Rad muss eingefahren werden. Wir also am Sonntag spät am Vormittag in Richtung Anninger. In Worten: der höchste Buckel im Bezirk, herrlicher Wirtschaftsweg zum Gipfel rauf, und vor allem, wenn man fast oben und fast fertig ist: das fiese, ursteile, hochselektive und gefühlt unendlich lange letzte Stück. Wir habens geschafft, hier die Details (und Bilder). Das links, och, ja, gehörte auch zu einer hochselektiven Radtour. Nämlich darum:

Sonntags ist ja gut durch Mödling zu radeln. Die sog. Radwege sind direkt benutzbar, von der Tankstelle an der Badstraße kurz durch die FuZo (legal!) und die "Goldene Stiege" hinauf zum Bockerl. Dann den Beethoven-Weg rüber zum Anfang der Anningerstraße. Unterwegs noch schnell beim Armbrustschützenstand den Bogenschützen zugeschaut - Martin sind fast die Augen rausgefallen: B.O.G.E.N.-schießen - bei ihm grad maximal angesagt. (Tipp: Man kann dort Übungszeiten vereinbaren und darf dann auf riesige Strohscheiben anlegen. Problem: Finde mal eine Telefonnummer oder Email von denen ... Aber ich hab eine, denn der Armbrustschützenmeister war persönlich anwesend.)

 

Die Anningerstraße dann aufwärts.

 

Wir sind mit einem Päuschen auch super zur Breiten Föhre. Und nach einer weiteren Verschnaufpause waren wir auch schon beim Waldwirtshaus "Krauste Linde" - das wie immer eine unglaubliche und mir völlig unerklärliche magnetische bzw. hypnotische Wirkung auf mich hat. Leider nicht auf Martin, denn der Ehrgeizling (und Verräter) ist einfach weitergefahren, auf die Mörder-Final-Strecke zum Gipfel.

 

Zuerst gehts ja noch behaglich dahin, dann aber, spätestens bei dem Brünnchen rechts, zeigt sich, wer im Winter fleißig geübt hat. Wir nicht. Also bissi geschoben, wieder gefahren, wieder geschoben. Das Problem dieses letzten Stücks ist ja: es ist so sackrisch steil, dass du - einmal abgestiegen - kaum wieder anfahren kannst.

 

Aber: wir kamen rauf.

 

Also Räder beim Schutzhaus abgestellt und dann - angestellt: eine Ur-Schlange.

 

Es war, wieder einmal, völlig überraschend Mittag geworden und das Hüttenmanagement kam mit nix hinterher. Ärgerlich, aber aushaltbar. Das A.Sch-Haus ist ja innen so kuschelig wie ein Gewerkschafterheim in der Hohen Tatra, aber draußen hätte man an dem Tag doch gut sitzen können. Aber dass Kinder eine Viertelstunde (oder länger - keine Ahnung) auf ein Getränk warten müssen, weil die Omas vorne in der Schlange den Senf auf ihre Würstel rechtsrum draufgedrückt haben wollen und weil die Küche nicht schneller kann (wie gesagt: Mittagszeit! Wer konnte das ahnen?) - das ist mir unverständlich.

 

Vielleicht wären hungrige Mäuler (und v.a. Kinder) mit einem vorbereiteten Wurst- oder Käsebrot auch zufrieden, v.a. wenn die Alternative ewig warten ist? Vielleicht könnte man Bier und Cola mal schneller ein- und ausschenken als sonst, wenn schon 20 Leute warten? Aber ich hab leicht reden: mich hat die Mittagszeit ja nicht eiskalt überrascht.

 

Jedenfalls war ich (wer hätts gedacht) urstinkig und gelobte: keinen Euro diesem A.Sch.-Haus. Ich will zur Krausten Linde, die haben mich bestimmt lieb!

 

So wars auch. Also wieder runter - dauert ja nur drei Minuten, bei dem Gefälle. Krauste Linde, Vollbremsung, rein: keine Schlange!! Sieg, Triumph!

 

Wirt Toni war zwar auch im Stress (volle Terrasse, bei dem Wetter), aber wie immer sehr nett und v.a. irrsinnig effizient. Hat uns ruckizucki mit Radlern, Liwanzen und Apfelstrudel (die feste Nahrung ging an Martin) gerettet. EIN FETTES LOB FÜR DAS SCHÖNSTE GASTHAUS AM ANNINGER.

 

Das war der Gastronomie-Tipp!

 

Der Apfelstrudel kam schon extrem gut an. Martin meinte: der beste der Welt!

 

Und der Hunger wars nicht, denn da hatte er schon die Liwanzen verspeist. Und die erst!! Liwanzen!

 

Wassn das eigentlich?

 

Ein böhmisches, sprich tschechisches Germ(hefe)teig-Gericht. Eine Art zusammengedatschte, aber trotzdem sehr flaumige Germknödel oder Dampfnudel. Aber wie fein und wie flaumig. Und das ganze mit Powidl (Zwetschgenmus, aber auf die Hälfte eingekocht - Zwetschgenaromahochkonzentrat!). Und einen Schlag Schlag dazu und das ganze an einem sonnig-milden Frühjahrssonntagmittag am Anninger.

 

Ich soll die jetzt nachbauen, wurde von meinen beiden Oberliwanzen gewünscht. OK, wird gemacht, aber ohne Anninger.

Rezept habe ich z.B. hier gefunden.

 

0 Kommentare

So

19

Apr

2015

Im nö. Mangrovenwald

Wertvolle Fracht zum Flughafen gebracht - die Schwiegermutter fliegt auf Schina. Wir, ihr Escort-Service, haben danach noch ein bißchen in den Donau-Auen die Beine vertreten - den Frühling suchen. Bei Maria Ellend kann man im Überschwemmungsgürtel spazieren (wenn nicht grad Hochwasser ist!) - geniales Urwald-Feeling. Dann am Treidelweg ein bißchen an den aufgeständerten Fischerhütten vorbei der Donau nachgeschaut, wie sie nach Bukarest fließt. 

Die Lilien vom letzten Wochenende hatten auch ihren Reiz, allerdings einen mehr verbotenen: 1. im Naturschutzgebiet, 2. vermutlich auf einer roten, rosanen oder bunten Liste ...

... und 3. gehören die Zwerg-Irise (iris pumula) zwar zu den Spargelgewächsen, sollen aber nicht schmecken. Hier dagegen, in den Donau-Auen, blüht der Bärlauch zwar noch recht verhalten (die ersten Blütenknospen gehen grad auf), aber er ist definitiv genießbar. Ditto der Giersch, mein Lieblingsunkraut: Die Gärtner hassen ihn, ich verspeise ihn einfach.

 

Mein Gastronomietipp für diesen Ausflug fällt also etwas frugal und im DIY-Stil aus: Bärlauch und Giersch pflücken, kleinschneiden, rein in den Topfen/Quark und nach Lust und Laune salzen und pfeffern und ggf. mit Hanf- oder einem anderen kräftigen Öl abschmecken. Das ist jedenfalls mein Plan: Erst mal steht noch Arbeit an, am Sonntag. Grrrr.

 

Die Donau-Auen auf der Maria Ellender Seite geben zwar keine übermäßig langen Spaziergänge her, sind aber eine Augenweide und eine echte Erholung.


Ausflugstipp:


In Maria Ellend das Auto abstellen, runter in die Au, zum Donauufer. Den Fährmann rufen (nix Hoiohoh ... der hat ein Mobiltelefon, Nummer steht am Steg), der kommt dann mit seinem Holznachen angeknattert und holt die Wanderer - auch mit Rad !! - für einen fairen Preis ab und bringt sie ans andere Ufer. Dort gibts:


- das Uferhaus, eine traditionsreiche Labestelle, wos vom gebackenen Donaukarpfen (frisch aus dem Wasser, selbst gesehen!) bis zum feinen Kuchen alles gibt, was der Wanderer braucht,


- ausgedehnte Donau-Auen mit nun wirklich langen Wanderwegen (ggf. Karte mitnehmen, kann bissi unübersichtlich werden),


- Sumpfschildkröten in freier Natur - sensationell (wir haben heute - gibts überhaupt welche auf der Ellender Seite?  - keine gesehen, wäre wohl auch noch ein bißchen frisch gewesen für die wechselwarmen Brüder), und


- Schloss Orth, mit Museum (naja, geht so, alter Kram, Typ Butterfass von Oma, Nachttopf von Oma, Fischspieß von Oma; meine mich zu erinnnern, dass es auch so roch) und dem Freiluftbereich (Nationalparkzentrum): Schlangen, Ziesel, Schildkröten, Fische von unten (!) im riesigen Teich beobachten - dringende Besuchsempfehlung für jeden, der was für Natur übrig hat.


Achtung: vom Ufer(haus) zum Schloss ist zwar herrlich zu gehen, aber es zieht sich ein bißchen. Daher Tipp oben beachten und ggf. Räder mit nehmen. Nix Lustigeres als mit gefühlt 180 Sachen samt Rädern über die Donau gefährt zu werden.

0 Kommentare

Mi

15

Apr

2015

Lilienblüte am Neusiedler See

Natürlich locken am Neusiedler See auch andere Reize als nur die pflanzlichen. Aber mein Gastronomie-Tipp kommt gleich, zuerst der offz. Anlass ("Ausflugs-Tipp"):

 

In Breitenbrunn, am diesseitigen Ufer des Neussiedler Sees, blühte wieder der Thenau-Riegel. Ein karges Hügelchen über dem See, maximal als Schafsweide zu gebrauchen. Aber Im April blühen da wilde (falsch: Orchideen, richtig: Lilien (und Kuhschellen und Adonisröschen und weiß der Geier was). Und es lauern wilde Tiere ...

Wer auf Wildblumen steht, ist am Thenauriegel gut aufgehoben. Ein (geographisch) seltenes Ereignis: ein ganzes Fußballfeld groß stehen da blaulilane und gelbe LILIEN (ok! ich habs kapiert: sind KEINE Orchideen, eh wurscht: Blumenzeugs halt, und nicht mal essbar) Schulter an Blütenblatt. Ein herrlicher kleiner Spaziergang, wenn das Wetter so mitspielt wie jetzt am 12. April. Ein paar Tage werden die Dinger noch blühen, dann ist Sense, dann weiden da wohl wieder Schafe und halten alles andere kurz.

Wir haben mit Freunden die Spaziergang durch das Blütenmeer und den Blick auf das burgenländische sehr genossen. Endlich wieder richtig Sonne.

Einige waren so müde, dass sie sich einfach in die Wiese gelegt haben: Fataler Fehler. Sehen Sie selbst, was die pannonische bubenfleischfressende Riesenraubameise nach ein paar Minuten übrig gelassen hat (Bilder unten).

Weit harmloser waren da die Grillen, die sich neben und unter den Lilien ca 1-1,5 cm große Wohnröhren gebuddelt haben. Wie die Rentner sitzen die beim schönen Wetter vor dem Häuschen und baden in der Sonne. Wenn man sich vorsichtig verhält, kommen die schreckhaften Viecher auch bald wieder heraus und lassen sich knipsen.

Mir persönlich und als Spezies unbekannt war der entfernt heuschreckenartige Sechsbeiner, der bei unserer Rast vor mir durchs Moos schlich. Kennt jemand das Tier? Die Zeichnung ist ein angesagter, funktionaler Wüstenflecktarnanstrich.

 

So, jetzt der Gastronomie-Tipp:
wer brav bis hierher gelesen hat, wird - so wie wir am Sonntag - mit einem schönen Heurigen belohnt: Vom Thenau-Riegel zurück, stracks nach Breitenbrunn hinein, kommt man direkt zu einer wunderschönen Kellergasse (Bild oben).

Praktisch: Dort hat (anscheinend immer, wenn wir dort vorbeikommen, war 2014 auch so), das Weingut Humer geöffnet. Das Lokal ist direkt in einem sehr nett umgebauten alten Weinkeller direkt in der Kellergasse.
Weinempfehlung: der GrüVe, der Welschriesling (halbtrocken, herrlich!) und gar nicht übel der Pinot Noir. Der kam gleich als ganze Flasche zuhause ins Weinregal (Update v. 16.:  er war im Regal, jetzt isser weg und seine 14,5 % auch ....) . Vorbildlich: Die Weine gibts auch im 1/16-Glas, gut für Autofahrer, die noch eine Sorte probieren wollen.

0 Kommentare

Mo

06

Apr

2015

Im Schneegestöber die Winterreifen abmontiert

Der Osterhase kann bald wattierte Eier legen - anscheinend schneits jetzt standardmäßig an Ostern. Ostermontag hab wie geplant die Winterreifen runtergenommen: kam mir recht vertrottelt vor, es hat dabei so geschneit (im Murtal), dass ich die Sache für eine Stunde unterbrechen musste. Wenn das einer gesehen hätte (wie Blumengießen bei Dauerregen).

 

Dafür hatten wir am Samstag einen schönen Ausflug: Ein Erikasee, ach was: ein ganzes Meer davon blüht Anfang April in Feistritz bei Knittelfeld. Ohne Übertreibung: ich schätze, ein Quadratkilometer ist mit den kleinen rosa Erikablüten bedeckt. Man geht und geht und es hört nicht auf (vgl. Bild unten).

 

Wie kommt man hin?  Feistritz rein, bergwärts halten, am Bacherl rauf, dort rechts in ein Neubaugebiet - da gehts in den Wald. Rechter Hand dann die Erikawiesen. Man kann nach einer Weile schön einen großen rechten Haken schlagen und kommt - ohne die Erikaepidemie zu verlassen - wieder an den Ausgangspunkt zurück.

Schwer, die rosa Flächenpracht im Bild festzuhalten (für mich jedenfalls). Nur rosa Wellen mit grauen Holzsäulen dazwischen. Aber als Beweis gilts: Viel Erika da. (Foto. Frank Butschbacher)
Schwer, die rosa Flächenpracht im Bild festzuhalten (für mich jedenfalls). Nur rosa Wellen mit grauen Holzsäulen dazwischen. Aber als Beweis gilts: Viel Erika da. (Foto. Frank Butschbacher)
0 Kommentare

So

22

Mär

2015

Ostermarkt im Volkskundemuseum

Der Ostermarkt war eine schöne Gelegenheit, mal wieder das Mödlinger Volkskundemuseum zu besuchen. Uraltes (Wein-)Hauerhaus mit alten Gerätschaften. Man sieht das Werkzeug, mit dem Winzer im Weinberg geschuftet haben, oder wie die Pecher die Kieferbäume angezapft und Harz gewonnen haben.

Ein spannendes Thema - Grundstoffgewinnung für die chemische Industrie vor der Erdöl-Chemie! Infos zur Pecherei gibts zB. im Pechermuseum Hernstein oder hier . Immerhin kann man zwischen Mödling und Baden in den Föhrenwälder schon bei einem kurzen Spaziergang die aufgeschlitzten Kiefern sehen (typisches Fischgrätmuster in der Rinde, ca. 1m hoch), denen das Harz abgezapft wurde (hier ein Bild und weitere Info zur Pechgewinnung).

Hier noch ein paar Schnappschüsse aus der Dauerausstellung, vom Bauerngärtchen und von "Dauerexponat" Michal Jožák- er schmiedet seit Jahren beim Advents- und beim Ostermarkt im Volkskundemuseum.

 

0 Kommentare

Mi

18

Mär

2015

Stein-Vögel landen in Mödling

Was gibts zu Ostern? Kunst-Hühner.
Was gibts zu Ostern? Kunst-Hühner.

Diese frechen Rotkappen-Hühner landen nächsten Samstag (21. März 2015) im Volkskundemuseum in Mödling. Rechtzeitig zum Ostermarkt.

Meine liebe Schwiegermutter hat nach einiger Abstinenz wieder ihren Brennofen im Garten angeheizt und u.a. diese Hühner aus Ton geformt, gebrannt und glasiert.


Sie, die Hühner, kommen in Begleitung weiterer fröhlicher Ton-Viecher, etwa fröhliche Füchse und Dachse, und Monika Rösler, die Keramikkünstlerin, wird sie dort präsentieren.

Das Volkskunde-Museum ist einen Besuch wert: schöner alter Bauerngarten, ein uraltes, verwinkeltes Gebäude, und ein eine Dauerausstellung mit Krims & Krams aus der alten, nicht nur guten Zeit.

Zum Ostermarkt sind zusätzlich Klein-, Handwerks- und andere Künstler da und stellen Ostereier, Stickereien und andere Werke vor (An Ostergeschenke denken!).
Wer richtige Action will, kann zuschauen, wie Kunstschmied Michal Jožák aus Košumberk an seiner Feldschmiede die Funken sprühen lässt.

0 Kommentare

Di

03

Feb

2015

Lose Bären

Nicht ganz aktuell, aber weil mir die Fotos grad unterkamen musste ich das einfach nachholen: kleine Wanderung auf die Hohe Wand, konkret: Geländehütte, am hintersten Ende (südlich).

Ich dachte erst, da oben tobt der Bär von der Dosenmilch. Der aus der Fernsehwerbung, gibts den überhaupt noch? Ist aber eine steinzeitliche Jagdszene. Man kann nirgends mehr hingehen, gleich gibts eine Belehrung. Natur allein langt anscheinend nicht.

Hier hat ein Blogger die dazugehörige Bärenhöhle fotografiert.

0 Kommentare

Mo

02

Feb

2015

Soap Kills - aber darum gehts nicht

Auf FB hat der FB als Musik "Soap Kills" angegeben. Ein Papa-Witz? Nö, ernst: Gute Musik aus dem Libanon. Die Band, "indie electro-pop", gibts nicht mehr, sagt Wikipedia. Yasmeen Hamdan, die Stimme der Seifentöter, singt weiter - siehe youtube.

0 Kommentare

Mo

02

Feb

2015

Am Knochenbrecherhügel

0 Kommentare

Do

29

Jan

2015

Unter Nudelwalkern

Mich hat das seit langem geplagt: Man müsste mal ... v.a. viel öfter Ravioli machen. Oder überhaupt damit anfangen.

Irgendwann in der Adventszeit bin ich drangegangen. War baby-einfach.

Wie an dem verschrumpelten Dings vorne links zu sehen, sind die Nudeln hier mit einer Kletzenpampe gefüllt. (Kletzen, für Nicht-Älpler: Hutzeln. Ok, ich schreibs aus: getrocknete Birnen.)

Senn-sah-zio-nell. Tricks ...

... gibts eigentlich keine, aber gelernt habe schon was:

  • normales Mehl ist OK, "griffiges" gibt den Ravioli mehr Biss, sie sind weniger lätschert.
  • je mehr Ei bzw. mehr Eigelb, desto gut. Das Eiweiß kommt später in die Füllung, also aufheben (Glas im Kühlschrank).
  • Mehl erleichtert das Ausrollen, viel hilft viel. Griffiges "rollt" besser als normales(staubiges) Mehl. Grieß ginge wohl auch.
  • Praktisch alle Rezepte sagen, Teig 30 min rasten lassen. Konträr, sage ich mit Prof. Ostbahn: über Nacht ist besser. Teig wird dehnbarer. Zu kurz gerastet, ist er wie Gummi, man rollt sich einen Wolf und bewirken tuts grad nix.
  • Vorteil Nr. 2: die Arbeits verteilt sich. Macht Ravioli weniger mühsam.
  • A propos Arbeit verteilen: Fleischfüllung dauert. Also auch am Tag vorher, oder noch länger vorher und einfrieren (wenn schon gepatzt wird ...). Das Ausrollen und Füllen ist dann am Tag X eigentlich ein Klacks. (Für Topfen- (Quark)-Füllung, süß oder sauer, ist das weniger relevant, die geht eh ratz-fatz.)
  • Das Geile an Ravioli ist: da geht eigentlich alles rein, in jeder beliebigen Kombi. Man will ja gar nicht wissen, was die Italiener alles vom toten Tier verwursten, Hirn, Hühnerlebern - Details gefällig? Unkraut ist auch eine Option: Brennnesseln, alles was nicht unmittelbar tödlich wirkt, würde ich sagen.

Das leitet über zu einem anderen Thema: wie macht der Schwabe (ich bin keiner !!!) seine Maultaschen? Gut, er kauft sie im Geschäft, klar. Ich meine: wie würde er sie machen, wenn ... ? Stay tuned, demnächst hier die Auflösung.

0 Kommentare

Mi

07

Jan

2015

Neues Jahr, neues Konzert

Lange haben sie sogar HEIMLICH geprobt, meine beiden Stadtmusikanten: Am 4. Jänner sind Petra (Klarinette) und Martin (Sax) mit dem ABC-Orchester der Musikschule Wr. Neudorf aufgetreten - zum Neujahrskonzert!!! Ungelogen: Frank Butschbacher war also schon auf dem Wiener -- Neudorfer Neujahrskonzert.

Hier ist der Link zum WrNdf-TV-Beitrag auf Youtube (ab 4:00 einsteigen!), oder weiterlesen und das eingebundene Video auf dieser Seite genießen.

0 Kommentare

Mo

08

Dez

2014

Meine 2 Hofmusikanten im Einsatz

Petra und Martin lernen seit gut 1 Jahr Klarinette (P) bzw. Saxophon (M). Weil beide musikalisch natürlich hochbegabt und -motiviert sind und fleißig üben, wurden sie sogar ins ABC-Orchester von Wiener Neudorf aufgenommen.

Diese Musikbande übt nicht nur heimlich im Keller, die treten auch auf!!

Hier zum Beispiel, am Neudorfer Adventmarkt übertragen von Wiener Neudorf TV. Die ABC-ler sind gleich am Anfang zu sehen und zu hören (Petra blau- und Martin rotbemützt). Die Redaktion dieses Spartensenders setzt auf ruhige Sequenzen in Erfüllung der Chronistenpflicht und vermeidet - familienfreundlich - extrem kurze, harte Schnitte.

Di

23

Sep

2014

Hochzeit mit Ringelnatter

Lebt amphibisch: Mein Junior Martin (aber seine Schwester war genauso).
Lebt amphibisch: Mein Junior Martin (aber seine Schwester war genauso).

Ende August hat mein lieber alter Freund Hadi im fernen Deutschland geheiratet. Die beiden, die sich da in meinem Heimatdorf Eschelbronn verheiratet haben, Hadi und Bärbel, sind auch wirklich extra-lieb - die hatten sich daher das "Kaiserwetter" in einem ansonsten letztklassigen Sommer mehr als verdient.

 

Das feuchte Wetter hat allerdings Vorteile, die Martin zu schätzen wusste: Er war mit mir angereist, und mit Schwägerin Heidi und Kindern haben wir einen Spaziergang auf den Kallenberg unternommen. Das ist ein seit Jahrzehnten aufgelassener Steinbruch. Hauptattraktion: Ringelnattern, die in diesem feuchten Sommer offenbar prächtig gedeihen konnten.

 

Bilder von der Hochzeit stelle ich noch keine ein (das Fotobuch, mein Geschenk, ist noch in Produktion und es wäre nicht fein, den beiden ihre Bilder durch vorzeitige Publikation "abzuschießen").

 

Dafür ein paar Details - unsere "Aktiv-Anreise" im ICE, Martin am Kallenberg in Eschelbronn, staunend vor dem Coppa della Casa im Eiscafé Roma in Sinsheim (das wär dann auch gleich mein Gastronomietip von dieser Reise), sowie Fensterladendetails aus Eschelbronn und Neidenstein. Hier, im Nachbardorf, feierten Hadi und Bärbel im Gasthof "Sonne" am Fuß der Burg - fürstlich!

0 Kommentare

Mi

10

Sep

2014

Philosophie der Fitness

Der Geräteturnplatz (Freizeitgelände, Südstadt) wurde jüngst von einem klugen Kopf grafitti-verschönert. Stimmt doch: Wenns so einfach wäre, dann sähe man auch den Kopf zu den Bubenhänden.
Der Geräteturnplatz (Freizeitgelände, Südstadt) wurde jüngst von einem klugen Kopf grafitti-verschönert. Stimmt doch: Wenns so einfach wäre, dann sähe man auch den Kopf zu den Bubenhänden.
0 Kommentare

Do

12

Jun

2014

Wie Frank Butschbacher ums Haar eine Wallfahrt nach Mariazell gemacht hätte, kurz davor noch die Kurve ...

Friedhof Weichselboden an der Salza, Blick auf die Hochschwabgruppe.
Friedhof Weichselboden an der Salza, Blick auf die Hochschwabgruppe.

... gekriegt hat, dann aber doch unter die Wallfahrer fiel und am Ende heil & froh ins Gesäuse geradelt ist.

 

Das kam kam so: An Pfingsten war schönes Wetter angesagt, damit auch ein langes Wochenende in Landl im Gesäuse (Stmk.). Kurz davor überkam mich spontan eine Eingebung: Ich will da mit dem Rad hin!

 

Ein Blick auf die Karte und der Ehrgeiz war gezähmt: 200 km Luftlinie, dazwischen viel Berg und Tal. Wer mich kennt, wird sich wundern, aber ich bin durchaus kompromissfähig und habe die Eingebung modifiziert. Mit dem Zug also über den Semmering bis Mürzzuschlag, Freitag nachmittags nach getaner Arbeit. Um halb 6 abends kam ich dort an und radelte los.

Labestation Ebneralm in Johnsbach. Das war nach meiner Radtour, am Pfingstmontag, kleine Wanderung mit Freunden. Mehr Bilder - siehe unten. s.u.
Labestation Ebneralm in Johnsbach. Das war nach meiner Radtour, am Pfingstmontag, kleine Wanderung mit Freunden. Mehr Bilder - siehe unten. s.u.

Nette Strecke zuerst, ein Radweg führt auf der Trasse einer ehem. Bahnstecke ins "Gebirch" hinein. Ein netter Radler, den ich beim Bahnhof kurz per Zuruf nach der Richtung gefragt hatte,  fuhr mir sogar ein paar hundert Meter nach, um mir den "Einstieg" in den Radweg auch ganz genau zu erklären.

 

So 20 km gings flott dahin, die Stimmung prima, die Sonne noch immer warm. Dann aber - die Abzweigung in Mürzsteg. Der Radweg war längst zuende, das Flott-Dahinradeln dann auch bald. Und dann kam der Anstieg aufs - sträflich verharmlosend so genannte - Niederalpl. (Oder sagt man "nach", nicht "aufs"?).

 

440 Höhenmeter und eine Stunde hinter Mürzsteg war ich dann endlich oben, auf der Passhöhe Niederalpl. Die hat viele Vorteile, Schilift und so, aber vor allem ein Gasthaus, in dem ich bereits ein Zimmer reserviert hatte. Der Plodererhof, ex Gamsjäger und ein Möchtegern "Little Nashville" ("von Zeit zu Zeit geben wir Country Musik" - Glück gehabt!), war aber nicht nur meine Anlaufstelle: Die Bude war brechend voll. Die Stimmung so mit Frohsinn- und Wanderliedgut gesättigt wie mit Nikotin und Teerdämpfen.

 

Hartes Pilgermaterial

 

Erst am nächsten Morgen beim Frühstück dämmerte mir: das waren alles Mariazell-Pilgerer! Mariazell - für den nicht von hier stammenden: das ist die niederösterreichische Antwort auf Lourdes, plus Rom, plus Altötting.

 

In meinem Zimmer, genauer: Lager, nächtigten noch vier sanges-, kartenspiel- und trinkfreudige jüngere Herren, sehr zünftig aufgemacht in Lederhosen und schwarzen Polohemden. Als die am nächsten frühen Morgen (sie waren selbstverständlich nach mir zu Bett gegangen) dann um 5.15h mit dem allerersten Sonnenstrahl aufstanden, da hörte ich im Halbschlaf ein Geräusch, das mich erfürchtig werden ließ: Es klingelt und klangelte, dass mir die Karabinerhaken und anderen klettertechnischen Ausrüstungsgegenstände auch die Phantasie klingeln ließen.

 

Sicher waren das kernige Bergsteiger, die nach beinah durchzechter Nacht jetzt hurtig 1000 Höhenmeter senkrecht hinter sich bringen würden, um zu Mittag von einem zünftigen Hochschwabhüttenwirtn die Brettljause serviert bekämen. Nach dem Frühstück schaute ich beim Zähneputzen zufällig in den Mülleimer im Badezimmer: Das Klingeln war damit erklärt, mindestens 20 Schnapsfläschchen hatten die Burschen da noch entsorgt. Ihr Weg führte sie auch nicht die Steilwand hinan, sondern rüber nach Mariazell. Pilger eben.

 

Mein Weg führte dann gefühlte 1000 Höhenmeter ebenfalls gefühlt senkrecht nach unten, die Passstrasse eben auf der anderen Seite wieder runter. Dann Richtung Mariazell, in Gusswerk aber eingebogen Richtung Wildalpen und von da an die Salza entlang.

 

So 80 Kilometer dann diesen herrlichen Fluss entlang, die sog. Hochschwabstraße. Relativ gemütlich, vom "Hals" abgesehen - das einzige, aber doch mühsame Pässchen auf der Strecke, die sonst durchgehend dem Fluss folgt. 

 

Landschaftszerstörung und Energiehunger

 

Statt epischer Landschaftsbeschreibungen, die der alte Stifter besser und langweiliger als ich beherrschte, hier die Gedanken des dilettierenden Technik- und Wirtschaftshistorikers:

 

Beeindruckend war die Presceny-Klause bei Weichselboden, eine romantische Zwischenstation. Nur wars eben nicht Romantik, die die Leute dazu gebracht hat, das schöne Tal zu vermauern, sondern die industrielle Nutzung der Energiequellen der Gegend - Holz. Die Salza musste für den Holztransport ganzjährig schiff-, genauer flößbar gehalten werden. Rücksicht auf die Natur? Wir brauchen die Holzkohle zum Eisenschmelzen, Bierbrauen, Brotbacken und Heizen, um nur ein paar Gründe zu nennen, warum der Wald eigentlich in ganz Mitteleuropa so um 1800 beinahe mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden wäre.

 

Ich kann eine Fahrt entlang der Salza nur empfehlen (machen übrigens - auf dem Wasser - auch hunderte von Wildwasserkanuten). Die Gegend hat für den, der sich dafür interessiert, noch einige historische Stätten zu bieten, an denen sich die Landschaftszerstörung früherer Zeiten nachvollziehen lässt.

 

Etwa im Köhlermuseum in Hiflau. Dort qualmten zu Kaisers Zeiten die meisten Hochöfen der Monarchie, verhütteten das Erz vom nahen Erzberg, verbrannten die Bäume aus den Gesäusebergen und verräucherten und verrußten die ganze Gegend.

 

Als Schlechtwetterprogramm ist z.B. ein Besuch im Forstmuseum Silvanum in Großreifling zu empfehlen. Auf Modellen und alten Fotos wird dort gezeigt, wie die Menschen zu alten Zeiten den Wald als Energiequelle ohne Rücksicht auf die Natur ausgebeutet haben - mit riesigen Holzrutschen, Trift- und anderen Transportanlagen war die ganze Gegend offenbar verbaut, vermauert und verschandelt.

 

Heute eine herrliche Urlaubsgegend - Urlaub auf der Industriebrache?

0 Kommentare

So

18

Mai

2014

Oft unterschätzt: Die Ratte in der Kunst

Von Karl Kraus die Vorlage, im Essl-Museum die Ausstellung dazu: "Die letzten Tage der Menschheit", ausgestopfte Laborratten als Darsteller. Kunstkritik von Frank Butschbacher, und eine Gasthausempfehlung.
Von Karl Kraus die Vorlage, im Essl-Museum die Ausstellung dazu: "Die letzten Tage der Menschheit", ausgestopfte Laborratten als Darsteller. Kunstkritik von Frank Butschbacher, und eine Gasthausempfehlung.
Viehisch: Ein Tigerzebra, Paul war furchtlos. Mehr Fotos unten in der Galerie.
Viehisch: Ein Tigerzebra, Paul war furchtlos. Mehr Fotos unten in der Galerie.

Sonntag im Mai, kalt und verregnet. Was tun? Noch dazu, wenn Paul seine Matura schon weitgehend im Sack hat, und wenn Heide sich tiermedizinisch motiviert für ausgestopfte Laborratten in der Sammlung Essl in Klosterneuburg interessiert?

 

Wir machten in Kultur (einige Bilder kommen weiter unten). Im Essl-Museum gabs noch die Letzten Tage der Menschheit, Karl Kraus' Abrechnung mit Dreck-, Geld- und anderen Säcken, gekauften Journalisten und verwandten Schreibtischtätern, Kriegsgewinnlern und Stiefelleckern, umgesetzt von Deborah Sengl. Ein lobenswertes Programm, möchte man meinen.

 

Frank Butschbacher meint dazu: Man kann den alten Kraus ja nicht hoch genug preisen. Ob es jetzt so hoch relevant ist, das Schweinische im Menschen vor dem uns doch etwas fernen Hintergrund von Adelsgesellschaft und Heldentod zu beleuchten, ist die Frage. Der Mut, den es braucht, um Obrigkeitsschleimer, Lügenbeutel und Profiteure mit 100 Jahren Abstand zu prügeln, ist überschaubar. Aber OK, die Absicht ist zu respektieren.

 

Leider geht die Umsetzung mit Laborratten meiner Meinung nach eigentlich komplett in die Hose: Die armen zusammengeflickten und nach dem Heldentod für die Wissenschaft posthum der Kunst dedizierten Viecherln sind zwar Ratten - aber beispielsweise als Offiziere der kaiserlichen (kuk!!!) Weltkriegs-Vomzaunbrech-Armee sind sie einfach zu süß.

 

Auch alle anderen Widerlinge der damaligen Gesellschaft sind, steht man vor den putzigen Nagetierchen, nicht einmal komisch dargestellt, kaum einmal verachtenswert und einfach nie angemessen widerlich.

 

Eine Szene allerdings stach heraus: Ein Panoptikum von Kriegsverstümmelten und -versehrten, aufgeschlitzten Bäuchen und anderen Auswirkungen der großen Politik auf den kleinen Mann. Blutverschmiert und ihr Innerstes nach Außen gekehrt, so konnten die Ratten die Stoßrichtung von Kraus viel brutaler = besser umsetzen als jede Zeichnung, jede Schauspielerei.

 

Atemhol, Themenwechsel:

 

Nach dem Rundgang durch moderne Kunst brach gegen 1 Uhr der Hunger aus. Zum Glück hatten wir in Zeiselmauer beim Lustigen Bauer einen Tisch reserviert.

 

Gourmetkritik von Frank Butschbacher:

 

Sehr nettes, rustikales Gasthaus, freundlicher Service und vor allem - bodenständige Küche auf allerhöchstem Niveau. Will sagen: mein Salonbeuscherl war so was von umwerfend - und ich sage das als Beuscherl-Experte, der sich seit Münchner Studententagen regelmäßig an dieser Kombi aus zerhackten Innereien vergangen hat. (Den Gastropatrioten mit austrozentrischem Weltbild muss ich leider sagen: Doch, doch, Beuscherl ist ganz sicher ein erz-ur-mega-typisch Wiener Gericht, aber andere Leute, etwa die an der Isar, haben Lunge und Magen früher auch nicht an den Hund verfüttert.)

 

Dann war beim Lustigen Bauern die Weinkarte zu loben. Als bodenständiges Landgasthaus im tiefen Niederösterreich deutsche (in Worten: D-e-u-t-s-c-h-e) Weine auf die Karte zu setzen - das braucht Mut, das verdient Respekt. Das kommt bei Ösi Normalcek sicher ähnlich gut an wie, na sagen wir: Kartoffelsprossen in Rindertalg nach weißrussischem Rezept. Oder Königspudel auf Szechuan-Art.

 

Aber der Wirt (er oder seine Frau stammen offenbar aus D.) versteht nicht nur zu kochen, auch seine Weinauswahl ist, laut meiner Stichprobe, vorzüglich: Ein Sylvaner aus dem Frankenland, leicht und geradlinig, etwas spritzig, eine echte Ehrenrettung des deutschen Weins.

 

Einziger, aber gravierender Nachteil: Die Küche besteht offenbar aus mehreren Nadelöhren. Wir warteten auf die Hauptspeise deutlich über 30 Minuten (vor den Grammelknödeln - von Paul als "weltbeste" eingestuft - war schon auf der Speisekarte gewarnt bzw. 20 Minuten Wartezeit angekündigt worten. Das ist prinzipiell fair. Aber dann nochmal 20 Minuten (gefühlt 1 Stunde) bis zum Nachtisch - ja, OK: Wenn ich es vorher weiß, wenn ich die Aufstriche samt Brot nicht vor der Hauptspeise dankend, aber nichtsahnend abräumen lasse und v.a. wenn ich nicht mit Kindern essen bin. Glück im Unglück, sozusagen: Martin war ungewöhnlich schlapp, bekriegte wohl einen kleinen Virus, und wollte erst gar nichts bestellen. Aß dafür 2/3 von Petras gebackenem Hendl auf.

 

Zur Fotogalerie unten (einfach ein Bild anklicken für Großansicht mit Bildunterschrift).

 

0 Kommentare

Do

08

Mai

2014

Neues aus Butschbachers Versuchsküche

Selbstgemacht, fast gelungen. Und mit Schleichwerbung für gewisse OÖ-Müller.
Selbstgemacht, fast gelungen. Und mit Schleichwerbung für gewisse OÖ-Müller.

Ein Baguette "comme il faut" - naja, nicht ganz. Noch nicht!

 

Aber immerhin sahs von innen und außen schon einigermaßen nach französischer Weißbrotstange aus. Und definitiv besser als das labbrige, käseweise Dings, das Petra gestern abend mit nach Hause gebracht hat: Laut Kassenzettel solls auch ein Baguette gewesen sein, aber ich habe meine Zweifel angemeldet. Jetzt mit fachlicher Kompetenz untermauert.

 

Dafür, dass ich mich eigentlich seit Studentenzeiten immer mal wieder in Bäckerei versucht habe (gut, mit Jahrzehnten Unterbrechung), kommt langsam was Brauchbares dabei raus.

 

Wenn mir mal danach ist, und wenn meine Baguettes dann auch noch einen Tick (un tic?) "echter" ausfallen, werde ich meine mühsam erbackenen Geheimnisse vielleicht mal mit einigen Auserwählten "teilen".

 

Oder doch erst am Sterbebett der Erstgeborenen ins Ohr flüstern? Das wäre im Sinne der Nachfrageverknappung natürlich auch zu überlegen. Andererseits: Rezepte austauschen sollte eher in lockerer Atmosphäre stattfinden, denke ich.

0 Kommentare

Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
© Frank Butschbacher